Erdbebenschutz von Infrastrukturen

Infrastrukturen stellen die Lebensadern unserer Gesellschaft dar. Sie sind nach einem Erdbeben für Rettung und Bewältigung des Ereignisses zum Teil unverzichtbar. Um Schäden und Betriebsunterbrüche mit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen zu minimieren, ist der Erdbebenschutz von Infrastrukturanlagen erforderlich.

Erdbebenereignisse im Ausland zeigen eindrücklich, dass Schäden an Infrastrukturen - wie beschädigte Verbindungsstrassen, Stromversorgungsanlagen oder Feuerwehrgebäude - sowohl die Rettungs- und Bewältigungsphase erschweren als auch negative Folgen für die Gesellschaft und die Betreiber haben können. Der Wiederaufbau und die Rückkehr zur Normalsituation können durch andauernde Betriebsunterbrüche von Infrastrukturen ebenfalls stark beeinträchtigt werden.

In der Vergangenheit sind viele Infrastrukturelemente in der Schweiz nach  aus heutiger Sicht  ungenügenden Anforderungen an die Erdbebensicherheit erstellt worden. Die Verletzbarkeit der Infrastruktursysteme gegenüber Erdbeben ist daher grundsätzlich zu untersuchen, um den Handlungsbedarf im Bereich präventive sowie vorsorgliche Massnahmen zu definieren.

Die Verantwortung für die Erdbebensicherheit von Infrastrukturanlagen liegt in erster Linie bei Eigentümern. Der Bund muss deshalb die Bauten und Nationalstrassen in seinem Besitz gegen Erdbeben schützen. Als Aufsichtsbehörde kann er für gewisse Infrastrukturen besondere Vorschriften zur Erdbebensicherheit erlassen und deren Umsetzung kontrollieren. In anderen Bereichen kann er durch die Zusammenarbeit mit Dachverbänden die Umsetzung von Massnahmen fördern. Folgende Infrastrukturen werden vom Bund prioritär behandelt:

  • Erdgas- und Stromversorgung (Sektor Energie)
  • Luft-, Schienen- und Strassenverkehr (Sektor Verkehr)
  • Telekommunikation (Sektor Informations- und Kommunikationstechnologien)
  • Abwasserentsorgung (Sektor Entsorgung)
  • Wasserversorgung (Sektor Nahrung)

Um den Handlungsbedarf aufzuzeigen,  werden Verletzbarkeitsstudien für diese Infrastrukturen durchgeführt. Auf deren Grundlage können praxisorientierte Vollzugshilfen für Bewilligungsbehörden sowie Anwendungshilfen für private Betreiber von Infrastrukturanlagen erarbeitet werden. Mithilfe dieser Instrumente können geeignete Massnahmen zur Reduktion des Erdbebenrisikos identifiziert und umgesetzt werden. Betroffene Bundesstellen, Betreiber von Infrastrukturanlagen, Dachverbände und Fachexperten arbeiten dabei zusammen.

Für Infrastrukturen spielen die Notfall- und Vorsorgeplanung eine wichtige Rolle bei der Begrenzung von Folgeschäden und Wiederinbetriebnahme. Dabei sind die Besonderheiten von Erdbebenereignissen zu berücksichtigen.

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Letzte Änderung 17.02.2015

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