Schutz vor Erdbeben

Die Schweiz hat in den vergangenen Jahrzehnten keine schweren Erdbeben erlebt. Historisch notierte Beben in der Schweiz sowie jüngste Erfahrungen aus Nachbarländern zeigen jedoch, dass auch die Schweiz auf Schadenbeben vorbereitet sein muss. Der Schutz vor Erdbeben lässt sich durch verschiedene präventive und vorsorgliche Massnahmen erreichen. Die wichtigste darunter ist das erdbebengerechte Bauen.

Verhaltensempfehlungen bei Erdbeben

Wer sich bei einem Erdbeben richtig verhält und die nötigen Vorkehrungen trifft, kann sich und andere schützen.

Erdbebengerechtes Bauen

Den besten Schutz bei einem Erdbeben bieten erdbebengerechte Bauten. Das Erdbebenrisiko kann insbesondere vermindert werden, indem Neubauten von Beginn an erdbebengerecht erstellt werden und die Erdbebensicherheit bestehender Bauten bei Umbau oder Sanierung - soweit erforderlich und verhältnismässig - verbessert wird.

Überprüfung der Erdbebensicherheit von Gebäudebeständen

Für funktional wichtige Gebäude oder solche mit grossem Schadenpotential, ist es sinnvoll die Erdbe-bensicherheit losgelöst von Bauvorhaben systematisch zu überprüfen. So können notwendige Massnah-men zur Verbesserung der Erdbebensicherheit risikogerecht vorausgeplant werden. Für das Priorisieren von Gebäuden mit grossem Risikopotential innerhalb von Gebäudebeständen und für die systematische Überprüfung von deren Erdbebensicherheit ist ein stufenweises Verfahren empfohlen.

Versicherungsschutz bei Erdbeben

Erdbebenschäden sind im Rahmen der obligatorischen Feuer- und Elementarschadenversicherungen nicht gedeckt. Versicherer verfügen zwar über Fonds für freiwillige Leistungen, diese decken jedoch nur einen kleinen Teil des vorhandenen Erdbebenrisikos ab. Freiwillige Versicherungslösungen existieren, werden aber nur selten angewendet. Eine Ausdehnung der obligatorischen Feuer- und Elementarschadenversicherungen zur Deckung der Erdbebenschäden ist in Abklärung.

Erdbebenschutz von Infrastrukturen

Infrastrukturen stellen die Lebensadern unserer Gesellschaft dar und sind nach einem Erdbeben für die Rettung und die Bewältigung zum Teil unverzichtbar. Um Schäden und Betriebsunterbrüche mit gesell-schaftlichen und wirtschaftlichen Folgen zu minimieren, trifft der Bund Massnahmen mit dem Ziel den Erdbebenschutz von Infrastrukturen zu verbessern.

Schutz der Kulturgüter bei Erdbeben

Mobile und immobile Kulturgüter sind in einem Erdbeben besonders verletzbar. Als Teil unserer kulturellen Identität bedürfen sie eines besonderen Schutzes. Das gilt für kulturhistorisch wichtige Bauten und Anlagen ebenso wie für Sammlungen und Bestände in Museen, Archiven und Bibliotheken.

Notfall- und Vorsorgeplanung bei Erdbeben

Bei der Notfall- und Vorsorgeplanung sind die Besonderheiten von Erdbebenereignissen zu berücksichtigen. Bei einem grösseren Erdbeben können die Kapazitäten der betroffenen Kantone und Infrastrukturbetreibern sehr schnell ausgeschöpft sein und eine Unterstützung durch den Bund notwendig werden. Bei der Vorsorgeplanung ist deshalb die Zusammenarbeit zwischen Kantonen, Infrastrukturbetreibern und dem Bund wesentlich.

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Letzte Änderung 02.11.2018

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