Nachhaltige Waldbewirtschaftung

Der Einfluss der Bevölkerung auf die Bewirtschaftung des Waldes hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Gemeint ist dabei die Verflechtung der ökonomischen und sozialen Aspekte der nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Der Wald ist nicht mehr nur Holzlieferant, sondern muss so bewirtschaftet werden, dass er die Dienstleistungen wie Schutz und Erholung auch erbringen kann.

Die verschiedenen Ansprüche an den Wald bringen Nutzungskonflikte mit sich, die zunehmend integraler zu betrachten sind. Allerdings gewinnt die Holzproduktion momentan vermehrt an Bedeutung, einerseits bedingt durch die Energiewende andrerseits auch durch die schwierige wirtschaftliche Situation der Betreiber und Partner der Schweizer Waldwirtschaft.

Aufwändige Holzbewirtschaftung

Für die einzelnen Waldeigentümer sind Wald und Holz ein Teil ihres Vermögens. Zudem bieten Wald- und Holzwirt­schaft vielen Tausend Menschen Arbeit und Einkommen, besonders im ländlichen Raum. Zwei Drittel des Schwei­zer Waldes werden von öffentlichen Waldeigentümern wie politische Gemeinden, Burgergemeinden und Korporatio­nen bewirtschaftet.

Die Waldarbeit selbst ist eine körperlich anstrengende und gefährliche Arbeit. Dank des Einsatzes moderner Holzerntemaschinen wie beispielsweise Vollern­tern können die Arbeiten heute kostengünstiger und sicherer ausgeführt werden als noch ein Jahrzehnt zuvor.

Trotzdem bleibt die Bewirtschaftung des Schweizer Waldes teuer. Die wichtigsten Gründe dafür sind die kleinteiligen Bewirtschaf­tungsstrukturen, die schwierigen Geländeverhältnisse im Gebirgswald und die zu erbringenden umfangreichen Schutz- und Erholungsleistungen. Die Holzerlöse können die Kosten der Bewirtschaftung meist nicht decken.

Holzerträge und Subventionen

Gewisse Leistungen, die von öffentlichem Interesse sind, werden von Bund und Kantonen entschädigt. Dazu gehören vor allem der Schutz vor Naturgefahren sowie die Erhaltung und Förderung der Biodiversität.

Der nachwachsende Rohstoff Holz wird immer mehr nachge­fragt. Einerseits wird er stofflich verwendet – zum Beispiel als Bau- und Möbelholz –, anderseits wird Holz energetisch zur Erzeugung von Wärme, Strom und in Zukunft möglicherweise auch für Treibstoff eingesetzt. Die energetische Nutzung hat in der Schweiz seit 2005 verstärkt zugenommen, dies vor allem angesichts der Umstellung des Energieversorgungssystems auf erneuerbare Energieträger. Mit Holz und Produkten aus Holz wird auch gehandelt. Wird die in diesen Produkten ver­arbeitete Holzmenge summiert, so wird mengenmässig etwa gleich viel Holz importiert wie exportiert; wertmässig hinge­gen übersteigt der Import den Export deutlich.

Erholungsdruck im Wald

Der Wald wird auch als Erholungsraum sehr geschätzt. Vor allem in Wäldern nahe den Ballungszentren kann dies zu Konflikten führen: einerseits zwischen den Erholungssuchen­den selbst und anderseits zwischen den Erholungssuchenden und den Bewirtschaftern des Waldes.

Nachhaltige Waldpolitik

Mit der Waldpolitik 2020 (WP 2020) stimmt der Bund die ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Ansprüche an den Wald optimal aufeinander ab. Er stellt eine nachhaltige Bewirtschaftung sicher und schafft günstige Rahmenbedingungen für eine effiziente und innovative Wald- und Holzwirtschaft.

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Letzte Änderung 13.08.2018

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