Freizeit und Erholung im Wald

Als Ausgleich zu unserem hektischen Alltag werden Freizeitaktivitäten und Erholung immer wichtiger. Der Wald ist dafür ideal. In der Schweiz darf man den Wald frei betreten. Um Tiere und Pflanzen in ihrem Lebensraum nicht zu stören, sollen sich die Waldbesucher rücksichtsvoll verhalten.

Das freie Betreten von Wald und Weide und das Sammeln von Beeren und Pilzen sind in ortsüblichem Umfang jedem gestattet. Dieses ursprünglich alemannische Recht ist seit 1907 im Schweizerischen Zivilgesetzbuch (Art. 699) festgehalten. Es gilt sowohl für Wälder in Privatbesitz als auch für Wälder der öffentlichen Hand und ist im umliegenden Ausland in diesem Umfang nicht anzutreffen.

Die Bedeutung des Waldes als Erholungsraum für die Menschen wird den Wohlfahrtsfunktionen zugeordnet (Bundesverfassung von 1999). Das Bundesgesetz über den Wald (WaG) stellt die Wohlfahrtsfunktion des Waldes auf die gleiche Stufe wie die Schutz- und Nutzfunktion. Das Waldgesetz regelt auch das Betreten und Befahren des Waldes sowie die Bewilligung von Bauten und Anlagen im Wald. Kantonale Waldgesetze regeln zusätzlich weitere Aspekte wie die Leinenpflicht für Hunde, das Pilze sammeln und die Durchführung von Grossveranstaltungen.

Strategie Freizeit und Erholung im Wald

Die Strategie Freizeit und Erholung im Wald zielt auf eine hohe Qualität der Leistungen des Waldes für Freizeit und Erholung. Sie leistet einen direkten Beitrag an die Umsetzung der Waldpolitik 2020 des Bundesrates und knüpft an die verschiedenen Strategien und Politiken des Bundes an, die der Gesundheit, dem Sport, dem Tourismus, der Biodiversität oder der Raumnutzung gewidmet sind. Unter der Federführung des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) wurde sie unter Einbezug von zentralen Akteuren entwickelt. Sie fokussiert auf drei Schwerpunkte (Triple Win):

  1. Fördern der Gesundheit der Bevölkerung,
  2. bewahren des naturnahen Waldökosystems,
  3. ökonomisches Inwertsetzen der Erholungsleistung des Waldes.

Waldentwicklung planen

Auf regionaler Ebene gibt es so genannte Waldentwicklungspläne (eine Art Richtplan - Bezeichnung ja nach Kanton verschieden). Diese Pläne sind für die Behörden verbindlich und stellen die öffentlichen Interessen am Wald sicher. Hier werden auch Vorranggebiete für Freizeit und Erholung ausgeschieden und bezeichnet. Dabei ist die Einbezug der verschiedenen Nutzergruppen in den Planungsprozess für eine konfliktfreie Umsetzung zentral.

Konflikte und Besucherlenkung

Je intensiver die Nutzung eines Waldes durch Freizeitaktivitäten ist, desto eher treten Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Nutzergruppen auf.
Im Zusammenhang mit den Freizeitaktivitäten im Wald können drei Typen von Zielkonflikten unterschieden werden:

  1. Konflikte zwischen verschiedenen Freizeitnutzenden (verschiedene Aktivitäten oder zu hohe Dichte)
  2. Konflikte zwischen Freizeitnutzenden und den Ziele der Waldbewirtschafter
  3. Konflikte zwischen Freizeitnutzenden und den Zielen des Naturschutzes, des Forstdienstes, der Jagd und der Fischerei

Gelöst werden können diese Konflikte nur durch ein massgeschneidertes Set an Massnahmen, das sich zusammensetzt aus planerischen Massnahmen (Zonierungen, Abschrankungen u.ä.), klaren Regeln (Gebote und Verbote) und nicht zuletzt viel Überzeugungsarbeit.

Arbeitsgruppe für Erfahrungs- und Wissensaustausch

Es gibt sehr viele Akteure und Interessengruppen. Das Verhalten und die Einstellung zum Wald und seiner Nutzung in der Freizeit ändern sich - sowohl unter Waldfachleuten als auch bei den Erholungssuchenden. Die Arbeitsgruppe Freizeit und Erholung im Wald (taf) ist ein Netzwerk aus Fachleuten im Bereich Freizeit und Erholung im Wald. Diese Arbeitsgruppe fördert den Erfahrungs- und Wissensaustausch für eine nachhaltige Erholungsnutzung im Wald. Sie organisiert regelmässig Weiterbildungsveranstaltungen.

Weiterführende Informationen

Kontakt
Letzte Änderung 23.08.2018

Zum Seitenanfang

https://www.bafu.admin.ch/content/bafu/de/home/themen/wald/fachinformationen/waldzustand-und-waldfunktionen/freizeit-und-erholung-im-wald.html