Auswirkungen des Wohnens auf die Umwelt

Welche Auswirkungen hat das Wohnen auf die Umwelt? Auswirkungen des Wohnens auf Boden, Landschaft, Biodiversität, Wasser, Klima, Abfall und Rohstoffe, sowie Ruhe. 


Boden

Die Siedlungsfläche der Schweiz wuchs in den zwölf Jahren zwischen 1997 und 2009 um 9% oder rund 0,7m2 pro Sekunde – grösstenteils auf Kosten des Kulturlands. Fast 60 % der Siedlungsfläche der Schweiz werden von Gebäudearealen inkl. Industriearealen beansprucht (darunter auch Grünflächen und Gärten), ein knappes Drittel von Verkehrsinfrastrukturen. Etwas mehr als 60 % der Siedlungsflächen sind versiegelt.

Landschaft

Das Wachstum der Siedlungsfläche ist mitverantwortlich für die steigende Zersiedelung der Landschaft, gemeinsam mit einer weiten Streuung und einer schlechten Ausnützung der Siedlungen für Wohn- und Arbeitszwecke.

Biodiversität

Die Lebensräume von Tieren und Pflanzen werden durch das Überbauen verändert und zerschnitten oder sogar zerstört.

Wasser

Im Siedlungsgebiet sind rund 80 % der Fliessgewässer ökomorphologisch in einem schlechten Zustand, während dieser Anteil bezogen auf die Gesamtgewässerlänge der Schweiz nur gut 20 % ausmacht. Der Unterhalt von Gärten und Grünflächen mit Pflanzenschutzmitteln trägt zur Verschlechterung der Wasserqualität insbesondere von Kleingewässern bei.

Klima

Der Gebäudesektor ist für ein gutes Viertel der Klimagase verantwortlich, die in der Schweiz ausgestossen werden. Zwischen 2000 und 2015 sind die Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor um rund ein Fünftel zurückgegangen.

Abfall und Rohstoffe

Rund 60 bis 70 Mio. t verschiedenster Materialien (hauptsächlich Beton, gefolgt von Kies und Sand) fliessen jährlich in das Bauwerk Schweiz (Hoch- und Tiefbau). Die Bautätigkeit generiert den grössten Anteil des Abfallaufkommens in der Schweiz (84 %), bestehend aus 57 Millionen Tonnen Aushub- und Ausbruchmaterial sowie 16,8 Millionen Tonnen Rückbaumaterial. Rund 70 % der jährlich anfallenden Rückbaumaterialien werden wieder als Sekundärrohstoffe in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt.

Aus Gesamtumweltbelastungssicht verursacht die Energieversorgung des Bauwerks Schweiz (zum Heizen, Kühlen, Lüften, Beleuchten usw.) aktuell noch die grösseren Umweltauswirkungen (56 %), als der Einsatz von Baumaterialien (44 %).

Ruhe

Gemäss Modellrechnungen ist jede siebte Person schädlichem oder lästigem Verkehrslärm am Wohnort ausgesetzt. Ein hoher Lärmpegel mindert die Attraktivität von Siedlungsgebieten, und wer es sich leisten kann, zieht aus besonders lärmigen Gegenden weg.

Das Umziehen in ruhigere Wohngebiete führt dort wiederum zu einer zunehmenden Lärmbelastung, weil dadurch das Mobilitätsbedürfnis der Bevölkerung zunimmt. Mit den Verkehrsströmen entstehen zusätzliche Lärmprobleme in vormals ruhigen Gebieten, und akustisch wertvolle Erholungszonen werden zusätzlich tangiert.

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Letzte Änderung 30.11.2018

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