Klimawandel

Das globale Klima weist über Zeiträume von Jahren bis Jahrmillionen natürliche Schwankungen auf. Seit Beginn der Industrialisierung hat sich die Zusammensetzung der Atmosphäre durch die Emission von Treibhausgasen zunehmend verändert. Diese menschengemachte Entwicklung verstärkt den natürlichen Treibhauseffekt und führt zu einem spürbaren Wandel des Klimas.

Die globale Temperatur hat in den letzten 130 Jahren (1880-2012) bereits um 0,85°C zugenommen. Insbesondere die starke Erwärmung seit 1950 um ungefähr 0,5°C ist mit natürlichen Klimaschwankungen nicht mehr erklärbar. Verantwortlich dafür sind mit grösster Wahrscheinlichkeit Treibhausgase. Sie werden verursacht durch die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas sowie durch grossflächige Landnutzungsänderungen, etwa bei der Abholzung tropischer Regenwälder.

Der Klimawandel hat weitreichende Auswirkungen z.B. auf den Wasserhaushalt, die Stoffkreisläufe, die Pflanzen- und Tierwelt und auf viele Bereiche der Gesellschaft.

Der beobachtete Klimaverlauf in der Schweiz

Die qualitativ hochwertigen und langen Klimamessreihen, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen, bilden eine sehr gute Grundlage, um den aktuellen Klimaverlauf in der Schweiz abzuschätzen. Auf der Basis dieser Daten lassen sich wichtige Klimaindikatoren berechnen. Mehr Informationen zum Klimazustand finden sich bei MeteoSchweiz.

Analysen zeigen:

  • Die Erwärmung in der Schweiz ist eindeutig nachweisbar und beträgt vom Beginn der Industrialisierung (1864) bis 2012 ca. 1,8 °C, damit übertrifft sie den globalen Wert von 0,85°C um mehr als das Doppelte.
  • Beim mittleren Niederschlag sind aufgrund der seit jeher grossen jährlichen Schwankungen bisher kaum Veränderungen feststellbar.
  • Insbesondere im Mittelland nimmt die Anzahl der Sommer- und Hitzetage stark zu. In Zürich zum Beispiel zeigt sich seit 1960 eine Zunahme um ein bis zwei Hitzetage pro Dekade.
  • Die Anzahl Frosttage hat seit den 1960er-Jahren deutlich abgenommen. Der Rückgang in Zürich beträgt sechs Tage pro Dekade.
  • Die Nullgradgrenze im Winter ist seit den 1960er-Jahren um ca. 300 m gestiegen.

Der zukünftige Klimaverlauf gemäss neuen Klimaszenarien CH2011

Das Klima wird sich - wie in der übrigen Welt - auch in der Schweiz beschleunigt verändern. Gemäss Klimaszenarien (CH2011) sind bis Ende des 21. Jahrhunderts folgende Veränderungen gegenüber den Durchschnittswerten der Periode 1980-2009 zu erwarten:

  • Temperatur: Die Mitteltemperaturen werden in allen Regionen und Jahreszeiten ansteigen. Ohne globale Klimaschutzmassnahmen ist in der Schweiz von einer Erwärmung um 2,7 °C bis 4,8 °C auszugehen. Mit Interventionsmassnahmen würde sich das Schweizer Klima zwar trotzdem erwärmen, jedoch deutlich geringer (1,2 °C bis 1,8 °C).
  • Niederschlag: In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts dürften die mittleren Niederschlagsmengen im Sommer wahrscheinlich überall in der Schweiz abnehmen (-18 bis -28 % ohne und -8 bis -10 % mit globalen Klimaschutzmassnahmen). Die Klimamodelle zeigen auch, dass die Niederschläge in der Südschweiz während des Winters zunehmen könnten. Die Niederschläge in anderen Regionen könnten je nach Jahreszeit zu- oder abnehmen.

Damit ist auch eine Änderung im Charakter von Extremereignissen voraussehbar:

  • Wärmeperioden und Hitzewellen im Sommer werden häufiger auftreten, intensiver sein und länger dauern, während die Zahl der kalten Wintertage und -nächte vermutlich abnehmen wird.
  • Prognosen zur Häufigkeit und Intensität von Niederschlagsereignissen sind noch mit grösseren Unsicherheiten behaftet, markante Änderungen können jedoch nicht ausgeschlossen werden.
  • Für Hagel und Stürme sind vorerst keine gesicherten Aussagen möglich.

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Letzte Änderung 07.01.2015

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