Stickstoffeinträge in den Schweizer Wald

Wegen ihrer rauen Oberfläche können Wälder besonders effizient Stickstoffverbindungen aus der Luft ausfiltern, welche von Industrie, Verkehr und Landwirtschaft emittiert werden. Im Schweizer Wald werden im Durchschnitt 24 kg Stickstoff pro ha und Jahr eingetragen. Die kritischen Eintragswerte (Critical Loads) der UNECE (United Nations Economic Commission for Europe) werden auf über 95% der Wälder überschritten.

Insgesamt sind die Emissionen von anthropogenen Luftschadstoffen in der Schweiz seit Mitte der 1980er Jahre zurückgegangen. Dies ist auf wirksame Massnahmen in der Luftreinhaltung zurückzuführen. Allerdings wird bei den Stickstoffemissionen aus der Landwirtschaft eine deutlich geringere Abnahme und seit 2000 eine Stagnation auf einem unverändert hohen Niveau verzeichnet.

Die Einträge in Wälder betrugen beispielsweise 2007 durchschnittlich 24 kg Stickstoff pro ha. Demgegenüber betragen die natürlichen Stickstoffeinträge 1 bis 3 kg pro ha. Somit werden auf über 95% der Schweizer Waldfläche die kritischen Belastungsraten (Critical Loads) für Stickstoffeinträge überschritten.

Auswirkungen eines erhöhten Stickstoffeintrags

Die Anreicherung von Stickstoff im Boden (Eutrophierung) beeinflusst viele Prozesse in den Wäldern. Sichtbar ist vielerorts die Zunahme von nitrophilen Pflanzen wie Brennessel und Brombeere. Im Boden bewirkt ein Zuviel an leicht verfügbaren Stickstoffverbindungen Versauerung und damit die Auswaschung der basischen Kationen (Kalzium, Magnesium und Kalium). In der Folge können auch Aluminium-Ionen in der Bodenlösung freigesetzt werden, die die Pflanzenwurzeln schädigen können.

Die Auswirkungen dieser veränderten Prozesse werden eingehend untersucht. Fest steht, dass es zu Verlusten an verfügbaren Nährstoffen im Boden kommt, was zu einer unharmonischen Ernährung der Bäume führt. Verminderte Resistenz gegenüber Parasitenbefall und verminderte Trockenheitstoleranz und Beeinträchtigungen des Wachstums können die Folge sein.

Daraus wird klar: Es müssen noch weitere Anstrengungen unternommen werden, um die Belastung von Wäldern durch Stickstoffeinträge langfristig auf ein tolerierbares Mass zu reduzieren.

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Letzte Änderung 20.03.2018

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