Gefährliche Schadorganismen für den Wald

Die Klimaveränderung und die stetig zunehmenden internationalen Handels- und Personenströme führen dazu, dass immer mehr Arten neue Lebensräume fern ihres Ursprungsgebietes erreichen, sich dort etablieren und zum Teil ein erhebliches Risiko für die Umwelt, die Wirtschaft und die menschliche Gesundheit darstellen können. Die Schweiz ist aufgrund ihrer geografischen Lage und der vielfältigen internationalen Handelsbeziehungen besonders betroffen und gefordert. Häufig werden Schadorganismen für den Wald mit Pflanzenmaterial oder Holzverpackungen verschleppt und tauchen erst später im Wald auf.

Schädlich für den Wald können Insekten, Fadenwürmer (Nematoden), Phytoplasmen, Bakterien, Pilze, Viren und Viroide sein. Diese Organismen bedrohen Waldbäume und -sträucher innerhalb und ausserhalb des Waldes.

Besonders gefährliche Schadorganismen

Je nach Verbreitungsgrad und Bekämpfungsmöglichkeiten unterscheidet man zwischen gefährlichen (gSO) und besonders gefährlichen Schadorganismen (bgSO), letztere werden auch als Quarantäneorganismen bezeichnet. Sie sind gebietsfremd, weisen ein sehr hohes Schadpotential auf und kommen noch gar nicht oder nur lokal in der Schweiz vor. Daher haben die Behörden Schutzmassannahmen (Quarantänemassnahmen) gegen die Einschleppung und Verbreitung dieser Organismen erlassen. Auch die andern Länder Europas haben entsprechende Massnahmen erlassen, um sich vor diesen gefürchteten Schadorganismen zu schützen. Wenn sie doch einmal auftreten, müssen sie den Pflanzenschutzbehörden gemeldet und bekämpft werden Die bgSO in der Schweiz sind in den Anhängen der Pflanzenschutzverordnung PSV aufgeführt. Anpassungen der Liste sind europaweit koordiniert. Die Schutzmassnahmen für die bgSO sind in der PSV aufgeführt. Für einzelne Organismen gibt es weitere Präzisierungen in der Verordnung des BAFU über phytosanitäre Massnahmen für den Wald, respektive in der Vollzugshilfe Waldschutz des BAFU.

Beispiele für besonders gefährliche Schadorganismen:

Einschleppung und Ausbreitung verhindern

Um den Schweizer Wald vor schädlichen Auswirkungen durch besonders gefährliche Schadorganismen zu schützen, ist deren Einschleppung und Ausbreitung zu verhindern. Dieses Ziel soll mit gezielter Prävention und der konsequenten Bekämpfung eines allfälligen Befalls erreicht werden. In der Schweiz ist der Eidgenössische Pflanzenschutzdienst EPSD in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen für die amtlichen Überwachungs- und Bekämpfungsmaßnahmen gegen besonders gefährliche Schadorganismen verantwortlich. Um für aktuelle und künftige biotische Gefahren für den Wald schweizweit besser gerüstet zu sein, werden für ausgewählte besonders gefährliche Schadorganismen Bekämpfungsstrategien entwickelt.

Vollzugshilfe Waldschutz

Cover Vollzugshilfe Waldschutz

Richtlinien zum Umgang mit Schadorganismen des Waldes. 2018

Gefährliche Schadorganismen

Neben den Quarantäneorganismen gibt es viele weitere Schadorganismen, die den Wald bedrohen können. Es sind dies einheimische oder gebietsfremde Arten, welche so weit verbreitet sind, dass eine Tilgung nicht mehr in Frage kommt. Bei diesen sogenannten gefährlichen Schadorganismen (gSO) erlassen die Behörden nicht in jedem Fall Vorschriften, sondern geben falls nötig Empfehlungen zur Schadensbegrenzung ab. Beispiele solcher gSO sind der Borkenkäfer, das Eschentriebsterben, der Götterbaum und die Edelkastaniengallwespe.

Beispiele für gefährliche Schadorganismen:

Allgemeine Informationen über Insekten, Fadenwürmer (Nematoden), Phytoplasmen, Bakterien, Pilze, Viren und Viroide,  die den Wald bedrohen können, sind auf der Datenbank von Waldschutz Schweiz zu finden.

Informationen zu Pflanzen, die den Wald bedrohen können, sind bei Infoflora zu finden

Priorisierung von waldrelevanten Schadorganismen

Eine Arbeitsgruppe «Artenpriorisierung» («Artenprio») hat ab 2016 im Auftrag der Abteilung Wald des BAFU und des KOK-Ausschusses eine Priorisierung der waldrelevanten Arten mit Fokus auf Waldschäden vorgenommen. Das Ziel dieser Arbeiten war, eine oder mehrere Liste(n) prioritärer Sachorganismen für den Wald sowie entsprechende Kriterien für die Bestimmung derer Schadengrösse zu erarbeiten. Die Ergebnisse wurden transparent dargestellt, damit das Projekt wiederholbar ist, zudem wurden auch allfällige kantonale/regionale Besonderheiten berücksichtigt. Dies wurde dadurch sichergestellt, dass die Arbeitsgruppe aus Vertretern von Bund und Kantonen bestand und alle Ergebnisse von der Arbeitsgruppe in gemeinsamen Workshops mitgestaltet und verabschiedet wurden.

Die «Artenprio» ist ein neues Instrument für Bund und Kantone, welches nicht nur auf der strategischen Ebene bei der personellen und finanziellen Ressourcenplanung hilft, sondern auf operativer Ebene auch den Einsatz der Mittel beim Umgang mit biotischen Risiken für den Wald vereinfacht (Zum Beispiel im Rahmen der Programmvereinbarungen). Die im Anhang enthaltenen Empfehlungen sind im Rahmen von regelmässigen Überprüfungen zu konsolidieren.

Weiterführende Informationen

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Letzte Änderung 19.10.2018

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