Asiatischer Laubholzbockkäfer

Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist ein besonders gefährlicher und damit meldepflichtiger Schadorganismus. Er befällt verschiedenste Laubholzarten und kann die befallenen Laubholzbäume innert weniger Jahre zum Absterben bringen. Die wirtschaftlichen und ökologischen Schäden für betroffene Gebiete sind entsprechend hoch. Systematische Grenzkontrollen von Warenimporten mit Verpackungsholz, strukturierte Kontrollen und Bekämpfungsmassnahmen in den betroffenen Gebieten und ein aufmerksames Beobachten gefährdeter Standorte sind deshalb besonders wichtig.

Der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB - Anoplophora glabripennis)) wurde mit Verpackungsholz (z. B. Paletten) von China zuerst in die USA und danach auch nach Österreich, Frankreich und Italien eingeschleppt. Im Herbst 2011 wurde im Kanton Freiburg erstmals in der Schweiz ein Freilandbefall des Asiatischen Laubholzbockkäfers fest gestellt. Im Rahmen der Einfuhrkontrollen wurden seit 2012 verschiedentlich befallene Holzverpackungen festgestellt.

Zum Schutz vor weiteren Einschleppungen und vor Verschleppungen aus den Befallsgebieten legt die Verordnung des BAFU über phytosanitäre Massnahmen für den Wald Import- und Verbringungsvorschriften fest, welche Wirtspflanzen des ALB betreffen.

Aktuelle Befallssituation Asiatischer Laubholzbockkäfer (Stand Februar 2018)

Seit 2011 sind in der Schweiz vier Freilandbefälle bekannt (Brünisried, Winterthur, Marly und Berikon). Der bisher grösste Befall in der Deutschschweiz wurde 2012 in Winterthur entdeckt. Dank der sofort eingeleiteten Tilgungs- und Monitoringmassnahmen der Stadt Winterthur und des Kantons Zürich wurden bereits im Folgejahr keine Käferaktivitäten mehr festgestellt. Es sind vier befallsfreie Jahre nötig, um die Massnahmen aufheben zu können. In Winterthur ist es gelungen, den Käfer nach vier Jahren zu tilgen. Dieser Erfolg in dieser kurzen Zeit war möglich dank dem grossen Einsatz der lokalen und kantonalen Behörden sowie der Baumkletterer, Spürhundeteams und der WSL. Anfang Dezember 2016 hat das BAFU die entsprechende Verfügung der Massnahmen aufgehoben. Die Tilgung des Befalls kostete Stadt Winterthur und Kanton Zürich rund 3,3 Mio. CHF.

Auch in Brünisried gelang bis Dezember 2017 die Tilgung des dortigen kleinräumigen Befalls. In Brünisried wurde die gleiche Kombination an Bekämpfungs- Kommunikations- und Überwachungsmassnahmen angewendet wie in Winterthur. U.a. unterstützten Fachleute aus Winterthur den freiburgischen Pflanzenschutzdienst mit ihren gemachten Erfahrungen. Es gibt nunmehr 2 verbleibene Befallsgebiete (Marly und Berikon).

In den Befallsgebieten in Marly (FR) und Berikon (AG) werden die Überwachungsarbeiten mit den speziell ausgebildeten Baumkletterern und Spürhunden weitergeführt. 2017 wurden keine Käferaktivitäten festgestellt. Nach wie vor darf Holz oder Pflanzenmaterial von ALB-Wirtspflanzen nur mit amtlicher Genehmigung aus den Befallsgebieten transportiert werden.

Immer wieder findet der Eidgenössische Pflanzenschutzdienst (EPSD) bei den Einfuhrkontrollen im Hafen in Basel oder im Landesinnern befallene Holzverpackungen, die jeweils vernichtet werden müssen.

Im August 2016 wurden in Divonne-les-Bains mehrere befallene Bäume sowie lebende Larven und Käfer entdeckt, die vernichtet wurden. Seither wird die Umgebung des Befalls überwacht.


Merkmale des Asiatischen Laubholzbockkäfers

  • Schwarzer Käfer mit über den Körper verteilten hellen Flecken
  • Körper (ohne Fühler) 25-35 mm lang
  • 11-segmentige Fühler 25-80 mm lang
  • Lebenszyklus zweijährig, Flugaktivität April bis Oktober
  • Flugdistanz wenige 100 Meter, insbesondere bei warmen Temperaturen

Achtung Verwechslungsmöglichkeiten!

In der Schweiz gibt es einheimische Bockkäferarten, die dem Asiatischen Laubholzbockkäfer ähnlich sehen. Manche dieser Arten sind selten, gefährdet und daher geschützt. Sie stellen auch keine Gefahr für den Schweizer Wald dar. Bitte töten Sie deshalb keine verdächtigen Käfer, sondern fangen Sie sie ein und bewahren Sie sie in einem verschliessbaren Glas auf. So können Sie den Käfer auf Verwechslungsmöglichkeiten überprüfen. Melden Sie einen konkreten Verdacht, wenn möglich mit Foto, Ihrer kantonalen Fachstelle.

Bestimmungshilfe asiatische Laubholzbockkäfer

Cover Bestimmungshilfe asiatische Laubholzbockkäfer

Merkmale, Befallssymptome und Verwechslungsmöglichkeiten. 2015

Betroffene Baumarten

  • Ahorn
  • Pappel
  • Weide
  • Rosskastanie
  • Birke
  • Platane
  • Buche und viele weitere Laubholzarten

Was tun bei einem Verdacht?

Bei einem Verdachtsfall informieren Sie umgehend die zuständige kantonale Stelle. Gehen Sie dabei folgendermassen vor:

  1. Käfer einfangen und in geschlossenem Behälter aufbewahren
  2. Käfer fotografieren und auf Verwechslungmöglichkeiten überprüfen:
    www.waldschutz.ch/anoplophora
  3. Rasche telefonische Meldung an den kantonalen Pflanzen- oder Waldschutzdienst. Siehe Adressen oder Rückseite Plakat
  4. Benötigte Informationen: Vorname, Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail, Fundort (Ort, Strasse, Nr.), Abholadresse

Informationsmaterial

Vollzugshilfe Waldschutz - Modul 1: Asiatischer Laubholzbockkaefer

Cover Vollzugshilfe Waldschutz

Richtlinien zum Umgang mit Schadorganismen des Waldes. 2018

Asiatischer Laubholzbockkäfer

Cover Asiatischer Laubholzbockkäfer

Anoplophora glabripennis. 2013

Bestimmungshilfe asiatische Laubholzbockkäfer

Cover Bestimmungshilfe asiatische Laubholzbockkäfer

Merkmale, Befallssymptome und Verwechslungsmöglichkeiten. 2015

Bekämpfung

Befallene Pflanzen müssen gefällt und verbrannt werden. Potenzielle Wirtspflanzen können nach einer Güterabwägung in einem bestimmten Perimeter ebenfalls gefällt werden. Diese Massnahmen werden durch den Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst EPSD und die kantonalen Wald- und Pflanzenschutzstellen angeordnet.

Weiterführende Informationen

Kontakt
Letzte Änderung 08.02.2018

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