Renaturierung der Gewässer

Gewässer sind jene Lebensräume in der Schweiz, die sich wohl am meisten von ihrem natürlichen Zustand entfernt haben. Die Gewässerschutzpolitik des Bundes hat zum Ziel, Flüsse, Bäche und Seeufer wieder aufzuwerten. Dies soll mit folgenden Massnahmen geschehen: ausreichender Gewässerraum, Revitalisierungen und die Reduktion der negativen Auswirkungen der Wasserkraftnutzung.

Als Renaturierung versteht man sowohl die Revitalisierung von Fliessgewässern und Seeufern als auch die Reduktion der negativen Auswirkungen der Wasserkraftnutzung. Es handelt sich um eine mehrere Generationen überspannende Aufgabe mit zahlreichen Synergien zwischen Gewässerschutz, Hochwasserschutz Biodiversität und Aufwertungen wovon meist auch die Naherholung profitiert.

Die Ausscheidung eines ausreichenden Gewässerraums, Revitalisierungen und die Reduktion der negativen Auswirkungen der Wasserkraftnutzung bilden ein Gesamtpaket, das in erster Linie von den Kantonen und den Inhabern von Wasserkraftanlagen umgesetzt wird.

Das BAFU stellt Planungsgrundlagen für die Kantone und die Betreiber von Wasserkraftanlagen zur Verfügung.

Vollzugshilfe «Renaturierung der Gewässer»

Die Bereiche Revitalisierung, Fischwanderung, Schwall-Sunk und Geschiebehaushalt werden vor allem durch eine Vollzugshilfe konkretisiert. Die ist in verschiedene Module gegliedert. Die Darstellung gibt einen Überblick über diese Module und ihre Zusammenhänge. Die aktuell verfügbaren Module sind mit einem Link aktiv hervorgehoben.

Revitalisierungen

Revitalisierungen sind ein zentraler Bestandteil des revidierten Gewässerschutzgesetzes. Ziel ist die Wiederherstellung von naturnahen Bächen, Flüssen und Seen mit ihren charakteristischen Tier- und Pflanzenarten. Neben der Biodiversität profitieren auch Naherholung und Hochwasserschutz.

Sicherung des Gewässerraums

Fliessgewässer können nur wieder naturnäher werden, wenn ausreichend Raum in den Schutz der Gewässer miteinbezogen wird. Wie dieser Gewässerraum definiert ist, und wie er genutzt werden kann, präzisiert das BAFU zusammen mit anderen Akteuren in zwei Merkblättern.

Schwall und Sunk

Das neue Gewässerschutzgesetz will die negativen Auswirkungen der Wasserkraftnutzung beseitigen. Dazu zählen unter anderem die Folgen von Schwall und Sunk. In einer Vollzugshilfe zeigt das BAFU, wie die Grundlagen für diese Sanierung erarbeitet werden können.

Geschiebe

Der Geschiebehaushalt wird durch Wasserkraftwerke, Gewässerverbauungen (z.B. Kiessammler) sowie die industrielle Entnahme von Kies (Kieswerke) gestört. Der gestörte Geschiebehaushalt lässt sich durch eine Vielzahl technischer und betrieblicher Lösungen reaktivieren.

Fischgängigkeit

Das neue Gewässerschutzgesetz verlangt die Fischgängigkeit in den Schweizer Flüssen wiederherzustellen. Hindernisse, die diese wesentlich beeinträchtigen, müssen saniert werden. In einer Vollzugshilfe legt das BAFU dar, wie sich die Grundlagen für solche Sanierungen erarbeiten lassen. Und eine Checkliste anhand von Best-Practice-Beispielen zeigt, wie die Wiederherstellung der Fischauf- und -abwanderung bei Wasserkraftwerken gelingt.

Restwasser

Damit Fliessgewässer ihre natürlichen Funktionen erfüllen können, braucht es unterhalb von Wasserentnahmen ausreichend Wasser in Fluss- und Bachbetten. Das Gewässerschutzgesetz legt Restwassermengen fest.

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Letzte Änderung 30.06.2015

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