Zustand der genetischen Vielfalt in der Schweiz

Mit jeder ausgestorbenen Population geht genetische Vielfalt verloren. Bei den Kulturpflanzen konnten die Verluste an genetischer Vielfalt in der Schweiz gestoppt werden. Die natürliche Waldverjüngung fördert die genetische Vielfalt bei den Bäumen.

Genetische Vielfalt ist für das langfristige Überleben jeder Art von zentraler Bedeutung. Sie sichert den Fortpflanzungserfolg und hilft dabei, Krankheiten zu widerstehen und sich an Veränderungen der Lebensbedingungen anpassen zu können. Genetisch einheitliche Arten sind stärker vom Aussterben bedroht.

Gefährdet wird die genetische Vielfalt vor allem durch

  • die Verkleinerung von Populationen,
  • das Verschwinden ganzer Populationen in der freien Natur,
  • den einseitigen Anbau von Hochleistungssorten in der Landwirtschaft,
  • die einseitige Haltung von Hochleistungsrassen,
  • durch den Klimawandel.

Für den Menschen sind die genetischen Ressourcen überlebenswichtig. Nur mit einer hohen genetischen Vielfalt ist es möglich, die wald- und landwirtschaftliche Produktion langfristig an veränderte Umwelt-, Markt- und Produktionsbedingungen anzupassen.

Zahlen zur Entwicklung und zum Zustand der genetischen Vielfalt der Wildpflanzen und -tiere sind kaum vorhanden. Angesichts der anhaltenden Verluste bei der Artenvielfalt ist davon auszugehen, dass auch genetische Vielfalt in grossem Umfang verloren geht.

Verluste bei den Kulturpflanzen und Nutztierrassen gestoppt

Mit der nationalen Genbank und der Umsetzung des «Nationalen Aktionsplans zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft» (NAP-PGREL) hat das Bundesamt für Landwirtschaft BLW umfangreiche Massnahmen zum Schutz der genetischen Vielfalt der Nutzpflanzen getroffen.

Aktuell werden in der Schweiz mehr als 18'700 Sorten von 245 verschiedenen Pflanzenarten erhalten.

Seit 1999 nimmt die Zahl der Rassen zu, für die ein Herdebuch geführt wird. Das BLW unterstützt anerkannte Zuchtverbände für ihre züchterischen Dienstleistungen.

Dennoch muss generell festgestellt werden, dass trotz der Erhaltungsprogramme wenige Sorten oder Rassen den kommerziellen Anbau respektive die Tierhaltung bestimmen.

Stabile genetische Vielfalt im Wald

Die natürliche Verjüngung im Wald unterstützt die genetische Vielfalt. Sie fördert Bäume, die gut an die herrschenden Lebensbedingungen angepasst sind. Natürlich verjüngte Wälder sind deshalb in der Regel vielfältiger und robuster.

Fast 80 % der Schweizer Wälder verjüngen sich natürlich. Gepflanzt wird in der Schweiz fast nur noch, um die Artenvielfalt zu fördern, um Wertholz zu produzieren oder um Schutzwälder zu stärken.

Weiterführende Informationen

Kontakt
Letzte Änderung 02.10.2018

Zum Seitenanfang

https://www.bafu.admin.ch/content/bafu/de/home/themen/biodiversitaet/fachinformationen/zustand-der-biodiversitaet-in-der-schweiz/zustand-der-genetischen-vielfalt-in-der-schweiz.html