Zustand der Biodiversität in der Schweiz

Der Zustand der Biodiversität in der Schweiz ist unbefriedigend. Die Hälfte der Lebensräume und ein Drittel der Arten sind bedroht. Mit dem Rückgang der Artenvielfalt ist auch genetische Vielfalt verloren gegangen. Die Verluste halten auf allen drei Ebenen der Biodiversität an.

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Eine intakte Biodiversität ist die Grundlage unseres Lebens. Doch sie ist weltweit – auch in der Schweiz – in einem schlechten Zustand.
© Monika Martin

Die Schweiz beherbergt eine grosse biologische Vielfalt. Dies ist zurückzuführen auf

  • die vielfältige Topographie,
  • die grossen Höhenunterschiede mit ihren klimatischen Gegensätzen,
  • die extensive Nutzung des Kulturlands bis Mitte des letzten Jahrhunderts,
  • die Lage im Herzen Europas.

Die biologische Vielfalt in der Schweiz hat seit 1900 deutlich abgenommen. Die Wissenschaft, die Verwaltung sowie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und die Europäische Umweltagentur (EUA) weisen darauf hin, dass die bisherigen Instrumente und Massnahmen zwar teilweise erfolgreich, aber längst nicht ausreichend sind. Der Verlust an Lebensräumen und Artenvielfalt sowie die Verschlechterung der Lebensraumqualität konnte nicht gestoppt werden.

Der ungenügende Zustand zeigt sich auf allen Ebenen der Biodiversität: bei den Lebensräumen, den Arten, der genetischen Vielfalt und ihren Wechselwirkungen. Die Biodiversität und ihre Leistungen – die so genannten Ökosystemleistungen – sind die Grundlage des Lebens auf dieser Erde. Ihr Verlust bedroht die Existenzgrundlage der Menschen und die Wirtschaftsleistung eines Landes.

Biodiversität in der Schweiz

UZ-2306-D

Zustand und Entwicklung. 2023

Teaser Ökosystemleistung

Ökosystemleistungen

Die Biodiversität ist die zentrale Lebensgrundlage für den Menschen. Sie umfasst die Vielfalt von Lebensräumen, Arten und Genen sowie ihrer Wechselwirkungen. Die biologische Vielfalt ist zudem die Basis für die Funktionsfähigkeit der Ökosysteme. Diese erbringen zahlreiche Leistungen von hohem ökologischem, wirtschaftlichem und sozialem Wert. Der Wert der Natur sowie die Kosten ihres Verlusts werden mithilfe der «Ökosystemleistungen» erfasst.

Lebensräume

Die Schweiz ist reich an unterschiedlichen Lebensräumen: Gezählt werden über 230 verschiedene Lebensraumtypen (wie Flaumeichenwald, inneralpine Felsensteppe etc.). Von 167 beurteilten Lebensräumen ist fast die Hälfte gefährdet. In den meisten Lebensräumen nimmt die ökologische Qualität weiter ab. Dies gilt auch für die geschützten Biotope von nationaler Bedeutung.

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Arten

Allein in der Schweiz wurden rund 56’000 verschiedene Arten von Pflanzen, Tieren und Pilzen nachgewiesen. Insgesamt geht man von 85’000 mehrzelligen Arten aus.

Wanzen

Genetische Vielfalt

Jedes Lebewesen unterscheidet sich durch kleine Abweichungen von seinen Artgenossen. Diese genetische Vielfalt erlaubt es den Arten, sich an verändernde Umweltbedingungen wie den Klimawandel anzupassen. Weil nur diejenigen Arten überleben, die mit den neuen Bedingungen zurechtkommen, garantiert die genetische Vielfalt den Fortbestand einer Population.

Monitoringprogramme

Das heutige System zur Überwachung im Bereich Biodiversität setzt sich zusammen aus mehreren Monitoringprogrammen und -projekten.

Weiterführende Informationen

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Letzte Änderung 17.05.2023

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