Überprüfung Ziel 2020 (für die Jahre 2013–2020)

Die Schweiz hat ihr nationales Ziel für 2020 knapp nicht erreicht, kann aber ihre internationale Verpflichtung gemäss Kyoto-Protokoll für die Jahre 2013–2020 dank Emissionsverminderungen durch Projekte im Ausland einhalten. Einen Teil des in Schweizer Wäldern und in Schweizer Holzprodukten gespeicherten CO2 kann sich die Schweiz nach klar definierten Regeln als Senke anrechnen, also von ihren Emissionen abziehen.

Entwicklung der totalen Treibhausgasemissionen der Schweiz seit 1990, inklusive Zielsetzungen gemäss CO2-Gesetz für das Jahr 2020 und gemäss Kyoto-Protokoll für die Jahre 2013–2020. Die anrechenbare Senkenleistung aus der CO2-Speicherung in Schweizer Wäldern und in Schweizer Holzprodukten sowie Emissionsverminderungen durch Projekte im Ausland sind in dieser Grafik nicht gezeigt. Die Daten basieren auf dem Treibhausgasinventar vom April 2022.

Das CO2-Gesetz verlangte, dass die Schweiz ihre Treibhausgasemissionen bis im Jahr 2020 um 20 Prozent gegenüber1990 vermindert (nationales Ziel). Dies entspricht einer durchschnittlichen Verminderung um 15.8 % über den gesamten Zeitraum 2013–2020, zu der sich die Schweiz im Rahmen der zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls international verpflichtet hat (internationales Ziel). Beim nationalen Ziel gemäss CO2-Gesetz sind die Emissionsverminderungen ausschliesslich durch Massnahmen im Inland zu erreichen. An das internationale Ziel gemäss Kyoto-Protokoll dürfen zusätzlich Emissionsverminderungen durch Projekte im Ausland angerechnet werden. Für den Erwerb entsprechender Emissionsminderungszertifikate besteht eine Vereinbarung zwischen der Stiftung Klimarappen und dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK.

Sowohl für das nationale als auch für das internationale Ziel wird die anrechenbare Senkenleistung aus der CO2-Speicherung in Schweizer Wäldern und in Schweizer Holzprodukten berücksichtigt.

Nationale Zielsetzung (gemäss CO2-Gesetz)

Bilanz der Treibhausgasemissionen der Schweiz für das Jahr 2020 (Werte in Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr).
Treibhausgasemissionen (2020)

43.4

Anrechenbare Senkenleistung (CO2-Speicherung in Schweizer Wäldern und in Schweizer Holzprodukten)

–0.3

Netto-Emissionen 2020

43.1

Zielwert

43.0

Fehlmenge

0.1

Die milde Witterung im Winter führte zu ausserordentlich tiefen Emissionen im Gebäudebereich im Jahr 2020. Zusätzlich führten die Massnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie zu einer Verminderung der Emissionen aus dem Verkehr. Dennoch konnte die Schweiz die nationale Zielsetzung gemäss CO2-Gesetz für 2020 knapp nicht erreichen.

Sektorziele (gemäss CO2-Verordnung)

Entwicklung der Treibhausgasemissionen in den Sektoren Gebäude, Industrie und Verkehr sowie der übrigen Emissionen (Landwirtschaft, Abfall sowie synthetische Gase) seit 1990, inklusive Zielsetzungen für 2015 und 2020.

Für 2015 erreichten die Sektoren Gebäude und Industrie ihre Zwischenziele, die Emissionen im Sektor Verkehr lagen dagegen über der Zielsetzung.

Für 2020 erreichte einzig der Sektor Industrie den erwarteten Zielbeitrag, die Emissionen in den Sektoren Gebäude und Verkehr sowie die übrigen Emissionen lagen dagegen über der Zielsetzung.

Überprüfung der Sektorziele für 2015 (gemäss CO2-Verordnung) und der erwarteten Zielbeiträge für 2020 (gemäss dem erläuternden Bericht zur CO2-Verordung). Für die übrigen Emissionen wurde kein Zwischenziel für 2015 festgelegt. Die angegebenen Werte für die Ziele und die effektiven Emissionen entsprechen einer prozentualen Reduktion gegenüber dem Basisjahr 1990.
 

Ziel
2015

Emissionen
2015

Ziel
2020

Emissionen
2020

Gebäude

–22 %

–27 %

–40 %

–39 %

Verkehr

0 %

+4 %

–10 %

–8 %

Industrie

–7 %

–13 %

–15 %

–17 %

Übrige Emissionen

+5 %

–10 %

–2 %

Internationale Zielsetzung (gemäss Kyoto-Protokoll)

grafik_zielerreichung_kyoto_2022_DE
Bilanz der Treibhausgasemissionen der Schweiz für die Jahre 2013–2020 (Summe in Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten über alle acht Jahre). Die vertikale Achse beginnt nicht beim Nullpunkt.

Die Schweiz konnte ihre Treibhausgasemissionen im Mittel über die Jahre 2013–2020 gegenüber 1990 um rund 11 % vermindern. Die internationale Zielsetzung im Rahmen der zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls wird aber nur durch die Berücksichtigung zusätzlicher Beiträge erfüllt, namentlich die anrechenbare Senkenleistung aus der CO2-Speicherung in Schweizer Wäldern und in Schweizer Holzprodukten sowie Emissionsverminderungen durch Projekte im Ausland.

Die abschliessende Abrechnung auf internationaler Ebene erfolgt nach der Überprüfung des Treibhausgasinventars vom April 2022 durch ein internationales Expertenteam der Vereinten Nationen.

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Letzte Änderung 11.04.2022

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