Ressourcenverbrauch

Natürliche Ressourcen wie Wasser, Boden, saubere Luft oder Bodenschätze bilden die Basis für unsere Lebensqualität. Studien zeigen, dass sie heute massiv übernutzt werden. Dieser Druck auf die natürlichen Ressourcen dürfte sich künftig noch verschärfen, da das Wirtschaftsvolumen und die Weltbevölkerung weiter wachsen werden.


Umwelt-Fussabdrücke

Vielerorts übersteigt die Nutzung natürlicher Ressourcen deren Regenerationsfähigkeit stark. Dies gilt sowohl für Rohstoffe wie Bodenschätze, als auch für weitere natürliche Ressourcen wie Wasser, Klimastabilität, Biodiversität und Luft.

Das BAFU verfolgt die Entwicklung der konsumbedingten Umweltbelastung mit einem breiteren Set an Fussabdruck-Indikatoren, welches neben Treibhausgasen auch beispielsweise Biodiversität oder den Stickstoffkreislauf berücksichtigt. Zudem prägt es die internationalen Diskussionen dazu mit.

Der übermässige Ressourcenverbrauch belastet die Umwelt. Verantwortlich dafür sind vor allem die Konsumbereiche:

  • Ernährung
  • Wohnen
  • Mobilität

Sie machen derzeit rund 70 % der Umweltbelastung des schweizerischen Konsums aus. Zwar konnten in der Schweiz in verschiedenen Bereichen Verbesserungen erzielt werden, so etwa bei der Luftreinhaltung sowie beim Schutz der Ozonschicht und beim Gewässerschutz . Doch da ein Grossteil der Ressourcen für den hiesigen Konsum aus dem Ausland stammt, muss die dortige Umweltbelastung ebenfalls in die Rechnung mit einbezogen werden.

Rund drei Viertel der durch die Schweizer Endnachfrage verursachten
Gesamtumweltbelastung fallen im Ausland an.

Umwelt-Fussabdrücke der Schweiz

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Zeitlicher Verlauf 1996 – 2015. 2018

Der bekannte „Ökologische Fussabdruck“ des Global Footprint Network (GFN) stellt aus kommunikativer Sicht eine wertvolle Ergänzung zu den Umwelt-Fussabdrücken dar, die das BAFU berechnen lässt. Er berücksichtigt CO2-Emissionen und Flächenbedarf. Gemäss diesem Indikator wäre die Fläche von rund drei Erden nötig, hätten alle Bewohnerinnen und Bewohner der Erde den gleichen Lebensstandard wie in der Schweiz.


Das Konzept der «Planetary Boundaries»

Die Übernutzung der Ressourcen bringt die Umwelt-Systeme des Planeten an die Grenzen der Stabilität. Wo und in welchem Mass, zeigt das Konzept der Planetary Boundaries. Dieses wurde von einer internationalen Forschungsgemeinschaft rund um den Schweden Johan Rockström und den Amerikaner Will Steffen entwickelt, 2009 publiziert und bereits in die Ziele der internationalen Klimapolitik aufgenommen. Das Konzept betrachtet neun für das System Erde wichtige ökologische Dimensionen, bei denen ein Überschreiten festgelegter Grenzen gravierende Folgen für die Menschheit haben könnte. Dazu zählen etwa Klimawandel, Biodiversitätsverlust oder biogeochemische Kreisläufe (Stickstoff und Phosphor).

Welche Ansätze führen zu einer 1-Planet-Wirtschaftsweise? Der Report «One Planet Approaches» schafft eine Übersicht über die wachsende Zahl an Ansätzen und macht Empfehlungen für Unternehmen, Forschung, Staat und Gesellschaft.

One Planet Approaches (PDF, 67 MB, 28.11.2017)Methodology Mapping and Pathways Forward. Supported by FOEN.

One Planet Ansätze (PDF, 10 MB, 28.11.2017)Deutsche Kurzfassung. Unterstützt durch das BAFU.

Das BAFU hat 2015 eine Pilot-Studie durchführen lassen, um einschätzen zu können, wie weit die Fussabdrücke der Schweiz mit den Belastbarkeitsgrenzen des Planeten vereinbar sind. Gemäss den Ergebnissen dieser Studie haben insbesondere der Klima- und der Biodiversitäts-Fussabdruck sowie jene in Bezug auf den Stickstoffkreislauf ein kritisches Ausmass.


Zielbilder für eine zukunftsfähige Schweiz - Einladung zur Diskussion

Wie gestalten sich zukunftsfähige Systeme in zentralen Bereichen unseres täglichen Lebens? In diesem Bericht werden die wichtigsten Merkmale für die Planetenverträglichkeit der Systeme

  • Wohnen,
  • Mobilität,
  • Ernährung

gemäss aktuellem Forschungsstand zu Zielbildern verdichtet. Damit soll die Diskussion um Lösungen für zukunfts- und wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen angeregt werden. Der Bericht ist auch ein Beitrag zur Konkretisierung der Agenda 2030 der internationalen Staatengemeinschaft (insb. SDG 12, nachhaltige Konsum- und
Produktionsmuster). 


Messung der Fortschritte in Richtung einer ressourcenschonenden Konsum- und Produktionsweise

Der Übergang zu einer ressourceneffizienten Wirtschaft ist ein langfristiger und kontinuierlicher Prozess. Damit beurteilt werden kann, ob sich die Schweiz wie gewünscht in diese Richtung bewegt, müssen die erzielten Fortschritte von verschiedenen Seiten her gemessen werden.

Die Fortschrittsmessung beruht auf einer Vielzahl von sich ergänzenden Informationen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Fussabdruck-Indikatoren: Mit ihrer Hilfe kann man aufzeigen, welche Umweltbelastungen und Ressourcenverbräuche die Schweizer Endnachfrage in verschiedenen Bereichen weltweit verursacht. Beispiele sind der Treibhausgas-Fussabdruck, der Stickstoff- und der Biodiversitäts-Fussabdruck.
  • Aktuelle Bereiche der Grünen Wirtschaft: Um Fortschritte auf der konkreten Ebene messen zu können, werden die einzelnen Bereiche wie Konsum, Produktion und Kreislaufwirtschaft separat analysiert. Dabei helfen die Umweltindikatoren des BAFU.
  • Ressourceneffizienz: Werden die Zahlen zur Wirtschaftsleistung (BIP, Endnachfrage) in Bezug zu Umweltindikatoren gesetzt, lassen sich Aussagen zur Ressourceneffizienz machen.
  • Privates und staatliches Engagement im In- und Ausland: Der Einbezug der umweltrelevanten Finanzflüsse in die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Schweiz liefert einerseits wirtschaftliche Informationen zur Umwelt und andererseits wichtige Umweltinformationen für die Wirtschaft. 

Umweltziele von Unternehmen in der Schweiz

Unternehmen in der Schweiz sind proaktiv hinsichtlich nachhaltigerem Wirtschaften. Die Studie “Umweltziele von Unternehmen in der Schweiz“ zeigt auf, welche Umweltziele Schweizer Unternehmen publizieren (quantitative Dimension), welche Themen bzw. Umwelt-Handlungsfelder dabei adressiert werden und wie die Ziele formuliert wurden (qualitative Dimension). Die Studie zeigt ausserdem Best Practices mit Blick auf Zielformulierungen.

Die Studie wurde in Begleitung von Swissmem, scienceindustries, öbu und WWF umgesetzt und von der FHNW in Zusammenarbeit mit dem ZHAW Center for Corporate Responsibility durchgeführt. Sie ergibt, dass sich 88 der 500 grössten Schweizer Unternehmen Umweltziele setzen und diese auch publizieren.

Viele Unternehmen setzen bereits SMARTe Ziele. 70 % der gesetzten Ziele sind In-house Ziele u. a. in den Bereichen Energie und Treibhausgasemissionen. Ungefähr ein Viertel der Umweltziele bezieht sich auch auf die Lieferkette oder die Verbraucherebene. Auf die ganze Wertschöpfungskette beziehen sich ungefähr 3 % der Umweltziele.


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Letzte Änderung 18.09.2018

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