Ressourcenverbrauch

Natürliche Ressourcen wie Wasser, Boden, saubere Luft oder Bodenschätze bilden die Basis für unsere Lebensqualität. Studien zeigen, dass sie heute massiv übernutzt werden. Dieser Druck auf die natürlichen Ressourcen dürfte sich künftig noch verschärfen, da das Wirtschaftsvolumen und die Weltbevölkerung weiter wachsen werden.


Umwelt-Fussabdrücke

Vielerorts übersteigt die Nutzung natürlicher Ressourcen deren Regenerationsfähigkeit stark. Dies gilt sowohl für Rohstoffe wie Bodenschätze, als auch für weitere natürliche Ressourcen wie Wasser, Klimastabilität, Biodiversität und saubere Luft.

Ein anschauliches Bild für diese Übernutzung liefert der ökologische Fussabdruck, welcher CO2-Emissionen und Flächenbedarf berücksichtigt. Gemäss diesem Indikator wäre die Fläche von rund drei Erden nötig, hätten alle Bewohnerinnen und Bewohner der Erde den gleichen Lebensstandard wie in der Schweiz.

Das BAFU verfolgt die Entwicklung der konsumbedingten Umweltbelastung mit einem breiteren Set an Indikatoren, welches neben Treibhausgasen auch beispielsweise Biodiversität oder den Stickstoffkreislauf berücksichtigt. Zudem prägt es die internationalen Diskussionen dazu mit.


Konsum im Inland, Umweltbelastung auch im Ausland

Der übermässige Ressourcenverbrauch belastet die Umwelt. Verantwortlich dafür sind vor allem die Konsumbereiche:

  • Ernährung
  • Wohnen
  • Mobilität

Sie machen derzeit rund 70 % der Umweltbelastung des schweizerischen Konsums aus. Zwar konnten hierzulande in verschiedenen Bereichen Verbesserungen erzielt werden, so etwa bei der Wasserverschmutzung oder der Luftqualität. Doch da ein Grossteil der Ressourcen für den hiesigen Konsum aus dem Ausland stammt, muss die dortige Umweltbelastung ebenfalls in die Rechnung mit einbezogen werden.

Gemäss Untersuchung des BAFU aus dem Jahr 2014 fällt über 70 % der durch die Endnachfrage hierzulande verursachten Gesamtumweltbelastung im Ausland an.


Das Konzept der «Planetary Boundaries»

Die Übernutzung der Ressourcen bringt die Umwelt-Systeme des Planeten an die Grenzen der Stabilität. Wo und in welchem Mass, zeigt das Konzept der Planetary Boundaries. Dieses wurde am Stockholm Resilience Centre entwickelt, 2009 als Studie publiziert und bereits in die Ziele der internationalen Klimapolitik aufgenommen. Das Konzept betrachtet neun für das System Erde wichtige ökologische Dimensionen, bei denen ein Überschreiten festgelegter Grenzen gravierende Folgen für die Menschheit hätte. Dazu zählen etwa Klimawandel, Biodiversitätsverlust oder biogeochemische Kreisläufe (Stickstoff und Phosphor).

Welche Ansätze führen zu einer 1-Planet-Wirtschaftsweise? Der neue Report «One Planet Approaches» schafft erstmals eine Übersicht über die wachsende Zahl an Ansätzen. Mit Empfehlungen für Unternehmen, Forschung, Staat und Gesellschaft.

One Planet Approaches (PDF, 67 MB, 28.11.2017)Methodology Mapping and Pathways Forward. Supported by FOEN.

One Planet Ansätze (PDF, 10 MB, 28.11.2017)Deutsche Kurzfassung. Unterstützt durch das BAFU.

Das BAFU hat 2015 eine Pilot-Studie durchführen lassen, um einschätzen zu können, wie weit die Fussabdrücke der Schweiz mit den Belastbarkeitsgrenzen des Planeten vereinbar sind. Gemäss den Ergebnissen dieser Studie haben insbesondere der Klima- und der Biodiversitäts-Fussabdruck sowie jene in Bezug auf den Stickstoffkreislauf ein kritisches Ausmass.

Die für die Schweiz entwickelte Methodik zur Betrachtung von Fussbdrücken und planetary boundaries hat UNEP-GRID inzwischen auf 48 Länder bzw. Weltregionen angewandt, mit Abdeckung der gesamten Welt.


Zielbilder für eine Grüne Wirtschaft - Einladung zur Diskussion

Wie gestalten sich zukunftsfähige Systeme in zentralen Bereichen unseres täglichen Lebens? In diesem Bericht werden die wichtigsten Merkmale für die Planetenverträglichkeit der Systeme

  • Wohnen,
  • Mobilität,
  • Ernährung

gemäss aktuellem Forschungsstand zu Zielbildern verdichtet.

Damit soll die Diskussion um Lösungen für zukunfts- und wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen angeregt werden. Am 1. Dezember 2016 haben Experten am Ressourcenforum Schweiz das Innovationspotenzial in diesen Lebensbereichen ausgelotet (Ergebnisse: Siehe Bericht).


Messung der Fortschritte in Richtung einer ressourcenschonenden Konsum- und Produktionsweise

Der Übergang zu einer ressourceneffizienten Wirtschaft ist ein langfristiger und kontinuierlicher Prozess. Damit beurteilt werden kann, ob sich die Schweiz wie gewünscht in diese Richtung bewegt, müssen die erzielten Fortschritte von verschiedenen Seiten her gemessen werden.

Die Fortschrittsmessung beruht auf einer Vielzahl von sich ergänzenden Informationen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Fussabdruck-Indikatoren: Mit ihrer Hilfe kann man aufzeigen, welche Umweltbelastungen und Ressourcenverbräuche die Schweizer Endnachfrage in verschiedenen Bereichen weltweit verursacht. Beispiele sind der Treibhausgas-Fussabdruck, der Stickstoff- und der Biodiversitäts-Fussabdruck.
  • Aktuelle Bereiche der Grünen Wirtschaft: Um Fortschritte auf der konkreten Ebene messen zu können, werden die einzelnen Bereiche wie Konsum, Produktion und Kreislaufwirtschaft separat analysiert. Dabei helfen die Umweltindikatoren des BAFU.
  • Ressourceneffizienz: Werden die Zahlen zur Wirtschaftsleistung (BIP, Endnachfrage) in Bezug zu Umweltindikatoren gesetzt, lassen sich Aussagen zur Ressourceneffizienz machen.
  • Privates und staatliches Engagement im In- und Ausland: Der Einbezug der umweltrelevanten Finanzflüsse in die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Schweiz liefert einerseits wirtschaftliche Informationen zur Umwelt und andererseits wichtige Umweltinformationen für die Wirtschaft. 

Bericht „Grüne Wirtschaft: Indikatoren zur Messung der Fortschritte"

Die Fortschritte bei der Verbesserung der Ressourceneffizienz und der langfristigen Reduktion des Ressourcenverbrauchs auf ein naturverträgliches Mass sollen regelmässig gemessen und beurteilt werden.

Der Bericht zeigt anhand von Indikatoren die Fortschritte der Schweiz in Richtung einer ressourcenschonenden Konsum- und Produktionsweise. Im Bericht enthalten ist ein  Indikatorenset der Grünen Wirtschaft basierend auf 8 Indikatoren sowie ein umfangreiches Indikatorenset basierend auf den Green Growth Indikatoren (GGI 2014) der OECD.

Die Ressourceneffizienz konnte in den letzten Jahren gesteigert werden. Die Umweltbelastung, die durch den Konsum im In- und Ausland verursacht wird, wird mittels Fussabdruck-Indikatoren aufgezeigt. Die Effizienz der Fussabdrücke ergibt sich aus dem Vergleich der Wirtschaftsleistung (BIP) bzw. der Endnachfrag mit den Fussabdrücken. Sie konnte in den letzten Jahren gesteigert werden. 

Aufgrund des steigenden Konsums sind die Fussabdruck-Indikatoren aber nach wie vor hoch, und in wichtigen Umweltbereichen - wie Klima und Biodiversität - nehmen sie zu. In diesen Bereichen ist bisher eine relative, aber keine absolute Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch gelungen.


Umweltziele von Unternehmen in der Schweiz

Unternehmen in der Schweiz sind proaktiv hinsichtlich nachhaltigerem Wirtschaften. Die Studie “Umweltziele von Unternehmen in der Schweiz“ zeigt auf, welche Umweltziele Schweizer Unternehmen aktuell publizieren und welche Handlungsfelder dabei berücksichtigt werden. Die Qualität der Ziele wird ausgewiesen und überdies aufgezeigt, welche hinderlichen, aber auch potenziellen förderlichen Faktoren es für eine Formulierung von Zielen im Allgemeinen und Wirkungszielen im Besonderen gibt.

Die Studie, die in Begleitung von Swissmem, scienceindustries, öbu und WWF umgesetzt und von der FHNW in Zusammenarbeit mit dem ZHAW Center for Corporate Responsibility durchgeführt wurde, ergibt, dass sich 88 der 500 grössten Schweizer Unternehmen Umweltziele setzen und diese auch publizieren. 70% der Unternehmen setzen sich In-house Ziele u.a. in den Bereichen Energie und Treibhausgasemissionen. Ungefähr ein Viertel der Umweltziele befassen sich mit den Lieferketten oder auch mit der Verbraucherebene. Auf die ganze Wertschöpfungskette beziehen sich ungefähr 3% der Umweltziele.

Die heutigen Umweltziele betreffen also nicht nur die eigenen Prozesse, sondern auch Materialien, Lieferanten, Produkte und Dienstleistungen. Generell werden bei den untersuchten Unternehmen sogenannte SMARTe Ziele gesetzt.


Übernutzung der Ressourcen hat negative wirtschaftliche Effekte

Werden die Ressourcen zu stark beansprucht, hat das nicht nur negative Folgen für die Umwelt, etwa durch die Bodenversiegelung oder die Verschmutzung von Gewässern, sondern auch für die Wirtschaft, die auf Rohstoffe angewiesen ist. Weil das prognostizierte Wachstum von Bevölkerung und Wirtschaft diesen Effekt noch verstärken wird, soll die effiziente Nutzung der vorhandenen Ressourcen deutlich verbessert werden. Dies stärkt langfristig die schweizerische Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit. 

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Letzte Änderung 08.01.2018

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