Lärmarten

Rund 1,1 Mio. Menschen sind in der Schweiz Verkehrslärm ausgesetzt, der über den Grenzwerten liegt. Wichtigste Lärmquelle ist mit Abstand der Strassenverkehr. Ihm folgen Schienenverkehr und Flugverkehr. Weitere Lärmquellen sind Schiessanlagen, Industrie- und Gewerbeanlagen, Baustellen, Maschinen, Sportanlagen und Restaurants.

Strassenverkehrslärm

Am Tag ist jede siebte und in der Nacht jede achte Person an ihrem Wohnort von schädlichem oder lästigem Strassenverkehrslärm betroffen. Trotz Fortschritten bei der Bekämpfung ist die Bevölkerung vielerorts nach wie vor hohen Belastungen ausgesetzt. 

Hauptgründe dafür sind das allgemeine Verkehrswachstum und die zunehmende Verdichtung. Bei konstanter Fahrweise übertrifft das Rollgeräusch der Reifen bei Personenwagen bereits ab 25 km/h den Motorenlärm, bei Lastwagen ab etwa 55 km/h.

Neben technischen Neuerungen an Fahrzeugen mindern lärmarme Strassenbeläge, Geschwindigkeitsreduktionen, leise Reifen und ein lärmbewusstes Fahrverhalten die Lärmemissionen.

Eisenbahnlärm

Rund 16'000 Einwohnerinnen und Einwohner - sind tagsüber Lärm von Schienenverkehr ausgesetzt, der über den Grenzwerten liegt. In der Nacht sind es 87‘000 Personen.

Besonders viel Lärm verursachen internationale Güterzüge. Als Teil eines Sanierungsprogramms sind in den letzten Jahren viele Wohngebiete entlang des Schienennetzes mit Lärmschutzwänden geschützt worden. Durch die Förderung von besonders lärmarmen Güterwagen und Massnahmen an der Infrastruktur soll der Eisenbahnlärm weiter reduziert werden.

Fluglärm

Unter zu hohem Fluglärm leiden am Tag etwa 24‘000 Personen. Während der Nacht sind es rund 75‘000 Betroffene. Die meisten von ihnen leben in den Ballungsräumen rund um die grossen Landesflughäfen und in den Einzugsgebieten der Militärflugplätze.

Mit der Wahl der Flugrouten kann die Anzahl Betroffener reduziert werden. Mit lärmabhängigen Lande- und Startgebühren wird der Einsatz leiserer ziviler Flugzeuge gefördert.

Industrie- und Gewerbelärm

Die Anzahl der von Lärm aus Industrie-, Gewerbe und Landwirtschaftsbetrieben, Energie- und Freizeitanlagen, Parkhäusern oder aus Güterumschlag betroffenen Personen ist nicht bekannt. Lärm tritt dort meistens lokal begrenzt auf, vor allem in der näheren Umgebung der Betriebsareale. Die Lärmbelastung hat dank lärmtechnischen Sanierungen stark abgenommen.

Schiessanlagen

Schiesslärm

Rund 20'000 Personen sind vom Lärm militärischer Waffen- und Übungsplätze beeinträchtigt, der über den Grenzwerten liegt. Bei zivilen Schiessanlagen hat die Zahl der Betroffenen dank Lärmsanierungen und die Zusammenlegung von Anlagen stark abgenommen. Nachholbedarf besteht bei der Lärmsanierung von Militäranlagen sowie bei kleineren Schiessständen für Sport- und Jagdwaffen.

Baulärm

Zum Ausmass der von Baulärm betroffenen Bevölkerung gibt es keine Angaben. Bauarbeiten wie Sprengen, Rammen, Fräsen oder Baggern verursachen temporär und räumlich begrenzt grossen Lärm. Bei Grossprojekten kann die Lärmbelastung mehrere Jahre dauern.

Aufgrund der starken Schwankungen des Baulärms hat der Bundesrat dafür keine Belastungsgrenzwerte festgelegt. Die Baulärm-Richtlinie des BAFU beschreibt bauliche und betriebliche Massnahmen zur Lärmreduktion. Sie sind unter anderem abhängig von der Distanz zur betroffenen Umgebung, der Intensität der Arbeiten und vom Baustellenverkehr.

Geräte- und Maschinenlärm

Laubbläser, Rasenmäher oder Bohrhammer: Motorenlärm von mobilen Geräten und Maschinen kann belästigen. Wie viele Personen davon betroffenen sind, ist schwer abzuschätzen. Der Lärm tritt oft in üblicherweise ruhigen Gegenden und zu ruhigen Tageszeiten auf. Der intensive Schallpegel hält jedoch nicht permanent an.

In der Maschinenlärmverordnung hat der Bund für verschiedene Geräte und Maschinen Emissionsgrenzwerte festgelegt. Einigen hat er zudem eine Kennzeichnung des maximalen Schallleistungspegels vorgeschrieben.

Übrige Lärmarten

Für einige Lärmquellen sind in der Lärmschutz-Verordnung keine Belastungsgrenzwerte definiert. Sie werden als «übrige Lärmarten» bezeichnet. Lärm entsteht unter anderem bei Sportanlagen, Restaurants und Glassammelstellen und durch alltägliche Aktivitäten von Menschen.

Erschütterungen

Erschütterungen werden häufig durch vorbeifahrende Züge ausgelöst. Schätzungsweise 30'000 Personen in der Nähe von Bahnlinien sind solchen Schwingungen an ihrem Wohnort ausgesetzt.

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Letzte Änderung 25.07.2018

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