Massnahmen gegen Baulärm

Die meisten Baustellen in der Schweiz liegen in dicht besiedeltem Gebiet mit erhöhter Lärmempfindlichkeit. Zum Schutz der Anwohner müssen die Bauherren und Baubewilligungsbehörden hier für lärmmindernde Massnahmen sorgen. Die vom BAFU erarbeitete Baulärm-Richtlinie zeigt auf, wie das konkret funktioniert.

Zum Schutz der Wohn- und Arbeitsorte mit lärmempfindlichen Nutzungen in der Nähe einer Baustelle enthält die Baulärm-Richtlinie (BLR) einen nicht abschliessenden Katalog von Massnahmen gegen Lärm. Dabei wird zwischen den Massnahmenstufen A, B und C mit verschieden strengen Anforderungen unterschieden. Für Bautransporte wird nur zwischen A und B differenziert.

Kriterien für die Zuteilung der Massnahmenstufen A, B oder C:

  • Lärmempfindliche Nutzungen: Es befinden sich Wohnräume und Arbeitsorte in einer Entfernung von weniger als 300 Metern zur Baustelle. 
  • Tageszeit und Wochentag: Während Zeiten mit erhöhtem Ruheanspruch gilt eine Verschärfung der üblichen vorsorglichen Schutzmassnahmen sowie die Erhöhung des Distanzkriteriums auf 600 Meter. Als kritisch gelten die Zeitfenster von 12 bis 13 Uhr, von 19 bis 7 Uhr sowie sonntags und an allgemeinen Feiertagen.
  • Dauer der lärmigen Bauphase: Dauern  lärmige Bauarbeiten länger als 8 Wochen, werden in Wohn- und Mischgebieten die Lärmschutzauflagen verschärft. Bei lärmintensiven Bautätigkeiten gelten von Anfang an höhere Anforderungen und eine weitere Verschärfung ab einer Baustellendauer von einem Jahr.

Ruheschonender Betrieb

Je lärmintensiver eine Baustelle und je empfindlicher die Umgebung, desto strengere Massnahmen gelten für die Begrenzung der Lärmemissionen von der Maschinen und Geräten sowie Bautätigkeiten:

  • Bei Schutzstufe A gilt für Maschinen die Normalausrüstung (Bauarbeiten durch Massnahmen nicht beeinflusst);
  • Bei Schutzstufe B muss der Maschinenpark dem anerkannten Stand der Technik entsprechen (definiert in Anhang 1 der Maschinenlärmverordnung MaLV) (Bauarbeiten beschränkt beeinflusst);
  • In der strengsten Schutzstufe C sind nur Maschinen gemäss dem neusten Stand der Technik zulässig (Bauarbeiten erheblich beeinflusst).

Zum Schutz der Anwohner können die Baubewilligungsbehörden zudem zeitliche Betriebseinschränkungen für lärmintensive Bauarbeiten verfügen, um so den Erholungszeiten Rechnung zu tragen. Möglich sind auch weitergehende technische Auflagen zur Lärmdämmung an der Quelle oder auf dem Ausbreitungsweg.

Lärmschutz beginnt bei der Bauplanung

Die Weichen für einen wirksamen Schutz der Nachbarschaft vor Baulärm werden bereits bei der Planung und Projektierung gestellt. Wirksame Massnahmen sind:

  • Das Erstellen eines Lärmschutzkonzeptes in der Planungs- und Baubewilligungsphase. Baubewilligungsbehörden können so adäquate Schutzmassnahmen verfügen.
  • Eine optimale Organisation der Baustelle (Bestimmung der Ablagerungsplätze, Transportwege, Abschirmungen).
  • Die Wahl lärmarmer Baumethoden und Geräte.

Zuständigkeiten

Zuständig für den Vollzug der Baulärmrichtlinien sind die Gemeinden (Baubehörde) oder die entsprechenden kantonalen Fachstellen. Bei Bundesbaustellen ist der Bund für die Umsetzung von Massnahmen gegen Baulärm zuständig.

Klagen sind in der Regel in erster Linie an die Bauleitung zu richten, falls dies nicht hilft an die Gemeindepolizei.

Baulärm-Richtlinie

Cover Baulärm-Richtlinie. Richtlinie über bauliche und betriebliche Massnahmen zur Begrenzung des Baulärms gemäss Artikel 6 der Lärmschut z-Verordnung vom 15.12.1986. Aktualisierte Ausgabe vom 24. März 2006. 23 S.

Richtlinie über bauliche und betriebliche Massnahmen zur Begrenzung des Baulärms gemäss Artikel 6 der Lärmschutz-Verordnung. Stand 2011. 2006

Weiterführende Informationen

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Letzte Änderung 25.07.2018

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