Raumplanerische Massnahmen

Akustische Qualität in Stadt- und Siedlungsräumen

Eine gute akustische Qualität in den Stadt- und Siedlungsräumen ist für eine erfolgreiche und hochwertige Siedlungsinnenentwicklung Voraussetzung. Sie ist einerseits abhängig von öffentlich zugänglichen und wohnnahen Flächen, die mit den vielfältigen Bedürfnissen der Bevölkerung nach Erholung, Ruhe und Freizeitaktivitäten übereinstimmen. Andererseits können bei der Realisierung von Wohnraum akustisch günstige Bedingungen für Aussenräume geschaffen werden. Insbesondere kann die akustische Qualität verbessert werden, indem auf Gebäudestellung und Fassadenausrichtung, Materialwahl und Strukturierung der Gebäudehülle sowie auf die Gestaltung der Aussenräume geachtet wird.

Die akustische Qualität trägt wesentlich dazu bei, sich an einem bestimmten Ort aufhalten zu wollen. Sie wirkt direkt auf die psychische und physische Befindlichkeit der sich hier anwesenden Personen. Sie schlägt sich daher beispielsweise im Grundstückpreis und in der Höhe der Wohnungsmieten nieder. Werden hinsichtlich akustische Qualität die bestmöglichen Lösungen für Gebäude und Aussenräume umgesetzt, resultieren langfristig entsprechende Mehrwerte für die Lebensqualität und den öffentlichen Raum, auch an lärmbelasteten Lagen. Die Chancen, Stadt- und Siedlungsräume akustisch als angenehm zu erleben, stehen umso besser, wenn

  • die Bewohner in kurzer Fussdistanz einen Zugang zu öffentlichen Erholungsräumen (z.B. Stadtpark oder Innenhof) haben;
  • Erholungsräume so erhalten und geschaffen werden, dass sie in die Fusswege eingebunden sind;
  • öffentliche Fusswege so erhalten und geschaffen werden, dass sie einfach zugänglich sind sowie Vernetzung und Durchlässigkeit des Stadt- und Siedlungsraums sicherstellen;
  • die öffentlichen Fusswege und Erholungsräume so gestaltet sind, dass die Bevölkerung in ihren Ruhebedürfnissen abgeholt werden;
  • die Gebäudegrundrisse so gestaltet und angeordnet sind, dass die lärmempfindlichen Räume an ruhigeren Fassaden liegen;
  • die lärmempfindlichen Räume autonom bedienbare Fenster oder Klappen haben, die den hörbaren Kontakt zur Aussenwelt ermöglichen;
  • Lärmemissionen aus dem Betrieb (z.B. Wärmepumpe) und dem Unterhalt (z.B. Reinigung) von Gebäuden und Arealen die ruhigeren Fassaden und Aussenräume nicht belasten;
  • erhöhte Anforderungen an die Schalldämmung nach SIA 181 eingehalten sind;
  • Ausrichtung und Formgebung der Baukörper, Strukturierung und Materialisierung der Gebäudehülle sowie die Gestaltung der Aussenräume nicht zu einer Verschlechterung der aktuellen Hör-/Lärm-Situation führen, beispielsweise indem Verkehrslärm verstärkt oder in öffentliche Erholungsräume und verkehrsabgewandte Räume hinein reflektiert wird.

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Letzte Änderung 18.07.2018

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