PET-Getränkeflaschen

PET-Getränkeflaschen sind leicht, unzerbrechlich und dank diesen Vorteilen weit verbreitet. Konsumentinnen und Konsumenten bringen vier Fünftel der leergetrunkenen Flaschen zu den Sammelstellen. Gegenüber der Neuproduktion reduziert Recycling die Umweltbelastung um die Hälfte. Wichtig ist, dass das Sammelmaterial nicht mit Fremdstoffen verunreinigt ist.

Die Einweg-PET-Getränkeflasche hat sich als Standardverpackung für Süssgetränke und Mineralwasser durchgesetzt. Kunststoff hat den Vorteil, dass er leicht und bruchsicher ist.

Ökologische Beurteilung

PET ist die Abkürzung für Polyethylenterephthalat. Der Kunststoff gehört zur Gruppe der Polyester und wird aus Kohlenwasserstoffen meist fossiler Herkunft (Erdöl, Ergas) gewonnen. Die Herstellung von 1 kg PET benötigt fast 2 kg Rohöl. Da das Material letztlich nur aus den Elementen Sauerstoff, Wasserstoff und Kohlenstoff besteht, ist es schadstofffrei vernichtbar. Das Recycling ist sinnvoll, weil die Herstellung von Flaschen aus Recycling-Granulat gegenüber der Neuproduktion nur halb so viel Energie benötigt. Voraussetzung für eine gute Ökobilanz von PET-Getränkeflaschen ist eine hohe Recyclingquote, wie sie in der Schweiz zurzeit erreicht wird, und ein hoher Anteil an Recycling-Granulat bei der Neuproduktion.

Nur für PET-Getränkeflaschen gibt es ein Recycling-System. Andere PET-Verpackungen sowie weitere Kunststoffabfälle, die nicht stofflich verwertet werden, gelangen in Kehrichtverbrennungsanlagen. Die Emissionen sind dank Filtern und Abgasbehandlung sehr gering. Die gewonnene Wärme wird zur Stromproduktion und für die Beheizung verwendet und ersetzt somit fossile Energieträger.

Separate Sammlung

Seit vielen Jahren sammeln die Konsumentinnen und Konsumenten jeweils über 80 % (siehe Link zur Statistik) der in Umlauf gebrachten PET-Getränkeflaschen ein und übergeben sie damit der stofflichen Verwertung. Pro Person sind es zurzeit fast fünf Kilogramm PET pro Jahr. Die Verordnung über Getränkeverpackungen (VGV) schreibt eine Quote von mindestens 75 % vor. Wird sie nicht erreicht, kann der Bund ein Pfand einführen.

Gemäss VGV müssen alle Händler, Hersteller und Importeure, die Getränke in PET-Flaschen verkaufen, die leeren Gebinde zurücknehmen und sie der Verwertung zuführen. Die Marktteilnehmer können diese Verpflichtung einer Recycling-Organisation übertragen. Zudem besteht für alle Marktteilnehmer eine Mitteilungspflicht: Die VGV (Art. 18 und 19) schreibt vor, dass dem Bund die in Umlauf gebrachten und zurückgenommenen Mengen von Getränkeverpackungen zu melden sind, ebenso die Importe und Exporte.

Obwohl es verschiedene Produkte aus PET gibt, eignen sich für das PET-Recycling ausschliesslich Getränkeflaschen. Alle anderen Verpackungsmaterialien aus PET verunreinigen das Sammelmaterial. Denn einerseits gibt es chemisch unterschiedliche Arten von PET, die nicht gemeinsam rezykliert werden können. Andererseits muss das Recycling-Granulat für Getränkeflaschen hohen Hygieneanforderungen genügen. Milchflaschen bestehen aus Polyethylen (PE) und sollten ebenfalls nicht in die PET-Sammlung gelangen. Deren Sammlung und Verwertung ist in einem eigenen System organisiert.

Zurzeit gibt es in der Schweiz mehr als 35'000 PET-Sammelstellen. Die Website der Recyclingverbände gibt auf einer Karte an, wo sich die Sammelstellen befinden.

Entsorgung/Recycling

Die in der Schweiz verbrauchten und gesammelten Getränkeflaschen aus PET werden grösstenteils im Inland sortiert und verwertet. Über das Sammelsystem gelangen die Flaschen zur Farbtrennung in Sortierzentren. Aus den klaren und leicht bläulichen Exemplaren entsteht Granulat, das zur Herstellung neuer Getränkeflaschen dient. Andersfarbige Flaschen bilden das Ausgangsmaterial für Produkte wie Fasern, Folien, Verpackungsbänder oder andere Verpackungen. Einzelne Detailhändler übergeben ihr Sammelgut zur Verwertung ins Ausland.

Finanzierung

PET-Recycling Schweiz (PRS) organisiert auf Basis einer freiwilligen Branchenlösung die Finanzierung der Sammlung und des Recyclings. Auf PET-Getränkeflaschen erhebt die private Sammelorganisation einen vorgezogenen Recyclingbeitrag, der im Verkaufspreis enthalten ist. Die Mittel setzt sie für Aufbau und Unterhalt der Sammellogistik sowie für Öffentlichkeitsarbeit ein.

Handlungsbedarf

Die Sammlung von PET-Getränkeflaschen sollte noch bequemer werden. Ein dichteres Netz an Sammelstellen bei Kiosken und Tankstellen begleitet von Motivationskampagnen tragen dazu bei, dass die Rücklaufquote weiter steigt und das Littering abnimmt.

Weiterführende Informationen

Kontakt
Letzte Änderung 07.03.2018

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