Flammschutzmittel

Bestimmte für den Menschen und die Umwelt besonders problematische Flammschutzmittel unterliegen Totalverboten, für andere Flammschutzmittel existieren spezifische Einschränkungen, so in «Bekleidungstextilien». Entsprechend finden sich Vorschriften über Flammschutzmittel in verschiedenen Anhängen der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung.

Gesetzliche Grundlagen

1. Schwerpunkte

  • In Umsetzung des Beschlusses der sechsten Vertragsparteienkonferenz zum Stockholmer Übereinkommen über persistente organische Schadstoffe (POP) dürfen Hexabromcyclododecane (HBCDD) sowie Stoffe und Zubereitungen, die HBCDD enthalten, nicht hergestellt, in Verkehr gebracht und verwendet werden. Verboten ist zudem das Inverkehrbringen neuer Gegenstände, wenn sie oder ihre Bestandteile HBCDD enthalten.
  • In Umsetzung des Beschlusses der vierten Vertragsparteienkonferenz zum Stockholmer Übereinkommen über persistente organische Schadstoffe (POP) und im Einklang mit der Verordnung (EG) Nr. 850/2004 (POP-Verordnung) dürfen nachstehende polybromierte Diphenylether (PBDE) sowie Stoffe und Zubereitungen, welche diese PBDE enthalten, nicht hergestellt, in Verkehr gebracht und verwendet werden, wenn ihr Gehalt an PBDE jeweils 0.001 % übersteigt:
    - Tetrabromdiphenylether (TetraBDE)
    - Pentabromdiphenylether (PentaBDE)
    - Hexabromdiphenylether (HexaBDE)
    - Heptabromdiphenylether (HeptaBDE)
    Verboten ist zudem das Inverkehrbringen neuer Gegenstände, wenn sie oder ihre Bestandteile mehr als 0.001 % der genannten PBDE enthalten.
  • Analog zu den Bestimmungen in Anhang XVII REACH-Verordnung dürfen Octabromdiphenylether (OctaBDE) sowie Stoffe und Zubereitungen, die OctaBDE enthalten, nicht hergestellt, in Verkehr gebracht und verwendet werden. Verboten ist zudem das Inverkehrbringen neuer Gegenstände, wenn sie oder ihre Bestandteile mehr als 0.1 % OctaBDE enthalten.
  • In Umsetzung des Beschlusses der vierten Vertragsparteienkonferenz zum Stockholmer Übereinkommen über persistente organische Schadstoffe (POP) und im Einklang mit der Verordnung (EG) Nr. 850/2004 (POP-Verordnung) dürfen Hexabrombiphenyl (HBB) sowie Stoffe und Zubereitungen, die HBB enthalten, nicht hergestellt, in Verkehr gebracht und verwendet werden. Verboten ist zudem das Inverkehrbringen neuer Gegenstände, wenn sie HBB enthalten.
  • Für PBDE und HBB in Bauteilen von Elektro- und Elektronikgeräten gilt Anhang 2.18.
  • Analog zu den Bestimmungen in Anhang XVII REACH-Verordnung dürfen Textilien, die direkt oder indirekt mit der Haut in Kontakt kommen können, nicht in Verkehr gebracht werden, wenn sie Tri-(2,3-dibrompropyl-)phosphat oder Tris-(aziridinyl-)phosphinoxid enthalten.

 2. Ausnahmen

 Die Verbote gelten nicht:

  • für Analyse- und Forschungszwecke;
  • für Zubereitungen und Gegenstände, die teilweise oder vollständig aus verwerteten Materialien oder aus Materialien aus zur Wiederverwendung aufbereiteten Abfällen hergestellt wurden, sofern ihr Massengehalt an TetraBDE, PentaBDE, HexaBDE und HeptaBDE jeweils nicht mehr als 0.1 % beträgt;
  • für Dämmplatten aus expandiertem und extrudiertem Polystyrol für Gebäudeanwendungen, wenn sie mit Abschnitten hergestellt worden sind, die bei der Verarbeitung von neuen HBCDD enthaltenden Dämmplatten an Gebäuden anfallen.

3. Hinweise

Die Verbote gelten bis zum 1. März 2016 nicht:

  • das Inverkehrbringen von expandierbarem Polystyrol (EPS-Pellets) zur Herstellung von Dämmplatten für Gebäudeanwendungen;
  • das erstmalige Inverkehrbringen von Dämmplatten aus expandiertem und extrudiertem Polystyrol für Gebäudeanwendungen.

Das BAFU kann auf Gesuch hin befristete Ausnahmen für die Herstellung und das Inverkehrbringen von Dämmplatten aus expandiertem Polystyrol gewähren, wenn die Gesuchstellerin nachweisen kann, dass ein Ersatz ohne HBCDD nicht beschafft werden kann. Die Befristung dauert längstens bis zum 1. März 2018.

Weiterführende Informationen

Dokumente

Verbaute Dämmungen EPS/XPS (PDF, 1 MB, 02.02.2015)Studie zu Hexabromcyclododecan-haltigen Dämmstoffen im Baubereich im Auftrag des BAFU

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Letzte Änderung 20.10.2015

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